Das geplante Liestaler Bahnhofsgebäude sei «zulässig» 

Gegen das Baugesuch des Bahnhofsgebäudes wurde vor den Sommerferien 2021 Rekurs eingereicht. Begründet wurde die Einsprache mit der Auslöschung der entscheidenden Teile, welche die Differenz zwischen dem siegreichen Wettbewerbsprojekt «Le mur du quai» und den anderen Projekten ausmachten. Nun hat die Baurekurskommission die monotonisierenden Veränderungen am Wettbewerbsprojekt als «zulässig» eingestuft. 

 

Die veränderte Erscheinung der geplanten Bahnhofsgebäude sei auch schön, meinte der Stadtrat vor der Einreichung des Rekurses. Alles sei besser als das bisherige Bahnhofsgebäude. 

Wir sind anderer Meinung. Solange das heutige Gebäude noch steht, besteht die Hoffnung, zu einem späteren Zeitpunkt am meistfrequentierten Ort in Liestal einen Bahnhofsneubau zu erhalten, der die Attribute «identitätsstiftend» und «unverwechselbar» verdient. Das Baugesuch der SBB verwandelte das Wettbewerbsprojekt, das einen nennenswerten Beitrag an die Baukultur Liestals geleistet hätte, in einen farblosen, sich endlos wiederholenden und wie nun von der Baurekurskommission zu erfahren ist, «zulässigen» Bau. Wenn er realisiert wird, kann Liestal die nächsten 100 Jahre auf nichts Besseres hoffen. 

 

Wir planen unsere Städte und geben ihnen die von uns gewollte Gestalt, aber wenn sie gebaut sind, zeigen sie uns, wer wir sind und weisen uns die Wege. Solange wir planen und bauen, sind wir es, die auf die Umwelt einwirken, danach wirkt die Umwelt Tag für Tag auf uns zurück und es ist nicht gleich gültig, was auf uns einwirkt. 

 

Der Stadtrat ist die Exekutive, das ausführende Team, den Auftrag gibt die Bevölkerung. Diese Verantwortung gerät zunehmend in Vergessenheit. Nicht der Stadtrat ist zuständig für das kulturelle Umfeld in dem wir leben, wir alle sind es. 

 

Kulturelle Qualität kann nicht entstehen, wenn irgendein Faktor alles dominiert, der kein Nachdenken, keine Kritik mehr zulässt. Die breite Schneise, die Liestal stärker als bisher teilt, die Buckel der Einfahrt zum geplanten SBB-Parking, welche die Tiergartenstrasse beim Bahnhof unbrauchbar machen, das abgeschnittene Schwieriquartier, die Beispiele zeigen den schwierigen Spagat der Stadtbehörden zwischen heiligem ÖV und der alltäglichen Realität.  Der Stadtrat nahm anscheinend an, unter dem Schild des medial hochgelobten öffentlichen Verkehrs werde automatisch alles gut. Nebst der Zustimmung zu städtebaulich fragwürdigen Eingriffen, zahlt die Stadt der SBB unnötig Teilprojekte, was das unter Druck stehende städtische Budget zusätzlich belastet. Die ungünstige Situation der heutigen Stadtbehörden besteht unter anderem darin, dass die dafür Verantwortlichen sich im rechten Moment abgesetzt haben, als die brachiale Bahnschneise noch nicht geschlagen war. 

 

Wenn Entscheidungen zu Fehlentwicklungen führen, lernen die politisch Verantwortlichen in solchen Situationen schnell, dass es einfacher ist, die gebaute Wirklichkeit schönzureden. Es ist einfacher das Wahrnehmungsfenster zu verschieben und eine andere Wirklichkeit zu erzeugen, als geerdet zu planen. Geerdet planen ist nicht spektakulär, es ist Knochenarbeit. Behörden müssen immer komplexere Situationen kontrollieren und werden dafür nicht fürstlich belohnt, weder finanziell noch mit Dankbarkeit. In der langfristigen Planung sind es immer die Nachfolgenden, die vom Resultat profitieren oder es zum Teufel wünschen. Was können politisch Verantwortliche anderes tun, als zu versuchen, das Fenster der Wahrnehmung so weit zu verschieben, bis das Sichtbare zur Wirklichkeit passt. Sich dagegen aufzulehnen ist möglich, aber im Wissen um diesen Kreislauf ist Verständnis angesagt mit jenen, die den einfacheren Weg nehmen, denn nur selten merkt es jemand, meistens aber nicht. Also handeln Behörden vernünftig in Bezug auf eine Bevölkerung, die es nicht stört. Wir haben als Individuen und als Gesellschaft die eindrückliche Fähigkeit uns an fast alle Situationen anpassen zu können, unter anderem an «zulässige» Bahnhofsgebäude. 

 

Es bleibt die Frage, wie viel kulturelle Gleichgültigkeit unser, in diesem Fall Liestals Selbstbewusstsein zulässt. Viele werden nun denken, wir hätten im Moment andere Probleme. Die haben wir aber immer.



Entscheid zum Rekurs gegen das Baugesuch der SBB betreffend die neuen Bahnhofsgebäude in den Baufeldern B und C (QP Bahnhofcorso)

Verein liestal.orientiert / wir denken mit |  28. Jan. 22

Einladung zur 3. ordentlichen Mitgliederversammlung am 29. Sept. 2021

Sehr geehrte Damen und Herren Geschätzte Mitglieder

Im Sinne des Artikels 5 unserer Statuten erlaube ich mir, Sie auf den

Mittwoch, 29. Sept. 2021 um 19.30 Uhr,

zur 3. ordentlichen Mitgliederversammlung unseres Vereins

im Restaurant Kaserne, Kantinenweg 6 in 4410 Liestal
einzuladen.

Nachdem unsere Mitgliederversammlungen für das Jahr 2019 sowohl am 29. April wie auch am 29. Oktober 2020 und jene für das Jahr 2020 am 23. Juni 2021 wegen Corona nicht durchgeführt werden konnten, hoffen wir, dass es nun klappt.

Externe Referenten werden wir nicht einladen, da wir neben den statuarischen Traktanden genügend eigene Themen haben, über welche wir Sie orientieren können.

Getränke und eine kleine Zwischenverpflegung (Sandwiches) werden vom Verein offeriert.

Zur Verhinderung der Covid-19 Übertragung stellen wir Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel bereit. Ebenfalls werden die aktuell geltenden Covid19-Massnahmen befolgt.


Traktanden:

Einladung 3. MV 29. Sept. 21

Verein liestal.orientiert / wir denken mit | Einladung MV 29. Sept. 21

Medieninformation

Liestal.orientiert hat Beschwerde zur Abweisung ihrer Einsprache betr. Baugesuch neuer Bahnhof Liestal erhoben und erwartet ein faires Verfahren

 

In einem vom Stadtpräsidenten am Freitag unterzeichneten Communiqé wurde den Medien mitgeteilt, dass der Verein «liestal.orientiert / wir denken mit» eine Abweisung ihrer Einsprache zu verschiedenen Punkten im Zusammenhang mit dem neuen Bahnhof erhalten hat. Dabei wurden Internasaus dem Einspracheverfahren zwischen der SBB Immobilien und dem Verein liestal.orientiert unvollständig veröffentlicht.

 

Da wir uns im Moment in einem Verfahren befinden, das die Gelegenheit bietet, den korrekten Verlauf zu der heute angebotenen Lösung ohne Polemik zu untersuchen, möchten wir den von der SBB nun wieder angefachten Medienrummel nicht zusätzlich schüren und geben keine Interviews. 

 

Auf Grund der Einflussnahme durch die SBB, sehen wir uns gezwungen, das Umfeld in dem wir handeln müssen, zu erläutern. Denn was nun bereits veröffentlicht wurde, ist einseitig und bleibt unwidersprochen nicht ohne Wirkung.

 

Im Gegensatz zur Bildung eines zweiten Zentrums neben dem heutigen Zentrum (Stedtli) und dem Hochhaus, haben wir die Qualität des Wettbewerbsprojekts zum neuen Bahnhofgebäude immer gelobt. Deshalb sind wir enttäuscht, dass der einzige Teil des Quartierplans, der Anlass zur Freude gab,nun im Rahmen des Baugesuchs abgeändert wurde und jetzt so gleichmacherisch und langweilig banalisiert weiterbearbeitet wurde.

 

Das Resultat des Wettbewerbes wurde von der Jury und den Behörden der Stadt sehr gelobt. Der wichtigste Grund für die Entscheidung zum Siegesprojekt war die hervorragend gestaltete Fassade. Sie wurde in den Abstimmungsunterlagen dem Stimmvolk dargestellt und war Bestandteil der Meinungsbildung.

 

Wenn nun betont wird, dass die Fassadengestaltung ein unverbindlicher Bestandteil des Quartierplans ist, so kommt man sich als Stimmbürger verschaukelt vor. Ist eine Unterstellung zu behaupten, dass die SBB das wusste und nun einfach eine billigere Variante einreicht?

 

Wir gehen davon aus, dass dem Rechtsdienst des Bauinspektorats, der auf unsere Einsprache reagieren musste, wichtige Zusammenhänge, zum Beispiel zwischen dem Wettbewerbsprojekt und dem heutigen Projekt, nicht bekannt waren.

 

Zu den Vorwürfen an Liestal orientiert betr. Verhinderung und Verzögerung:

auf Ihrer Homepage publiziert die SBB folgende Schlüsseltermine:

Baubewilligung: 2022

Baubeginn 2023

Ende Grundausbau: 2025

Anschliessend Mieterausbau

Nach unserer Einsprache vom Juni hat uns die SBB nach einem halben Jahr im Oktober zu einer Besprechung eingeladen und uns mit dem Vorwurf der Verzögerung konfrontiert.

Bis zum im Plan der SBB fixierten Termin Baubewilligung  2022 bleibt ein Jahr zur Behandlung der Einsprache.

 

Das Einsprache- und Beschwerdeverfahren sind Teile der kantonalen Baugesetzgebung, die beim Prozess einer Baubewilligung vorgesehen sind.

Doch die mächtige SBB weiss, dass die Zeit sie unterstütztum die vernünftigen Schranken einer legitimen Einsprache in Frage zu stellen.  

 

Informationen zum Umfeld des Projekts Bahnhof Liestal:

Nebst der Duldung der gigantischen Schneise durch das Zentrum von Liestal erwartet die SBB, dass die Stadt zustimmt, einen grossen Teil der Kosten für die notwendigen neuen Verbindungen, von der einen Seite der Bahn auf die andere, selbst zu bezahlen. Die brachiale Operation im Herzen von Liestal wird als Geschenk der SBB an die Stadt verkauft, indem ihr versprochen wird, sie erhalte im Gegenzug einen schönen neuen Bahnhof.

Dazu wird ein Wettbewerb mit prämierter Qualität ausgezeichnet um dann die Qualität beim Baugesuch verschwinden zu lassen.

Dabei werden die Kollateralschäden wie unbefriedigende Situationen im Bereich Schwieriübergang, Tiergartenstrasse und mehrere Jahre Behinderungen und Emmissionen schlicht übersehen.

Der entstehende Bahnhof mit den neuen Schienen, Perrons und Perrondächern sowie den von der Stadt stark mitfinanzierten Unterführungen wird durch unsere Einsprache nicht beeinträchtigt. Er wird unabhängig vom nun eingereichten Hochbauvorhaben der SBB-Immobilienabteilung gebaut.

Wenn es sich in dem unter hohem Druck stehenden Umfeld, dessen Konstellation der SBB in die Hände spielt, noch jemand erlaubt, sich für die Qualität der neuen Bahnhofsgebäude einzusetzen, ist darauf hinzuweisen, dass eine Einsprachmöglichkeit Bestandteil jedes Verfahrens ist. Dass die Einsprechenden deswegen als Verhinderer bezeichnet werden widerspricht einem normalen Rechtsempfinden.

 

In diesem Umfeld haben wir unsere Einsprache eingereicht und hoffen nun darauf, dass sie möglichst vernünftig und ohne emotionale Aufwallungen durch zu viel Polemik abgehandelt werden kann.  

 

Für den Verein liestal.orientiert: 

Kurt Bitterli, Präsident 

Raoul Rosenmund, Vizepräsident

Medienorientierung


Informationen über die Vereinsaktivitäten im vergangen Jahr 2020

Nachdem wir im vergangenen Jahr Corona bedingt weder eine Mitgliederversammlung noch eine Informationsveranstaltung durchführen konnten, erlauben wir uns auf diesem Wege, kurz über die laufenden Aktivitäten unseres Vereins liestal.orentiert / wir denken mit zu orientieren:

1.    Elefantenbrüggli

Wir haben der Stadt Liestal ein Vorprojekt für einen Verbindungssteg zwischen dem Elefantentor und der geplanten Postterasse unterbreitet. Die Bau- und Planungskosten ( 1.6 Mio) haben wir mit Unternehmerofferten belegt. Sie waren rund 60 Prozent günstiger als die Kosten, die seinerzeit von der Stadt ermittelt wurden.

Dem Eigentümer des Elefantentors gefällt unser Vorschlag. Mit der Post Immobilien haben wir bisher wegen dem laufenden QP «Am Orisbach» noch keinen Kontakt aufgenommen.

Durch die 2,5 Meter breite Fussgänger-Brücke entsteht eine quasi horizontale Verbindung zwischen dem Bahnhofplatz und dem Stedtli-Zentrum.

Für die vertikale Verbindung zwischen der Allee / Seestrasse ist ein rollstuhlgängiger Lift und eine Treppe geplant.

Mit der Bauverwaltung wurden verschiedene Gespräche mit konstruktiven Anregungen geführt. Es wurde uns in Aussicht gestellt, dass unser Projekt dem Stadtrat vorgelegt würde. Durch den Ausbruch der Pandemie anfangs März 2020, der klammen Finanzsituation und der zurückhaltenden Entwicklung des neuen Postgebäudes ist das Projekt «Elefantenbrüggli» zurzeit auf Eis gelegt. Liestal.orientiert bleibt dran. 

2.    Einsprache zum neuen Bahnhof

Am 28. Mai 2020 wurde das Baugesuch für die beiden Gebäude B und C am Bahnhof publiziert. Diese Gebäude werden von der SBB Immobilien als Rendite- / Mietobjekte erstellt. Für diese Gebäude ist eine normale (kantonale) Baubewilligung erforderlich. 

Im Gegensatz dazu laufen die umfangreichen Bauarbeiten Vierspurausbau/Wendegeleis unter der Federführung der SBB Infrastruktur. Die Bewilligung für diese Arbeiten wurden im April 2019 vom Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilt.

 

Nach dem Studium der öffentlich aufgelegten Pläne und der aufgestellten Bauprofile vor Ort hat der Vorstand beschlossen, gegen das publizierte Projekt in folgenden Punkten Einsprache zu erheben:

I. Die Profilierung ist mangelhaft und unvollständig
Die aufgestellten Profile ermöglichen es auch «Fachleuten» nicht, zu erkennen, was gebaut wird.

Unsere Absicht

Wir wollen wissen, wer dieser mangelhaften Profilierung bewilligte und warum die SBB sich nicht stärker bemühte, die Öffentlichkeit mit einer korrekten Profilierung verständlich und transparent über das geplante Bauvorhaben zu informieren.

II. Dachaufbauten / Technikgeschosse

 Auf den Baueingabe-Plänen sind auf den Gebäuden B und C ein grosszügig dimensionierte Technikgeschosse eingezeichnet, die den Quartierplan-Perimeter um mehr als 3 Meter überragen und fast über die gesamte Länge vorgesehen sind. Im zusätzlichen Geschoss sind verschiedene Reserveräume ausgewiesen. Die Dachaufbauten sind mit Streckmetall verkleidet. Die Begründung für die extensive Nutzung war der ursprünglich vorgesehene Ankermieter, das Kantonsspital.

Unsere Absicht

Wir sind der Ansicht, dass technisch bedingte Dachaufbauten nur realisiert werden sollen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Bei den Baukörpern B und C am Bahnhof wäre es durchaus möglich, die technischen Installationen in den Untergeschossen anzuordnen.

 

Im Zonenreglement Siedlung der Stadt Liestal, Art. 32, Ziffer 5 müssen die Abmessungen von einzelnen erhöhten Bauteilen von untergeordneter Bedeutung sein.

Im Quartierplan-Reglement Bahnhofcorso vom 18.06.2018 im Art. 5, Ziffer 7 steht, dass sich technisch bedingte Dachaufbauten bezgl. Erscheinung dem Gebäude unterordnen müssen. In Ziffer 8 wird weiter festgehalten, dass die Dächer der Baubereiche B und C als 5. Fassade entsprechend sorgfältig gestaltet werden müssen. Wir sind der Ansicht, dass das Volumen und die Höhe der Aufbauten reduziert werden müssen. 

III. Fassadengestaltung / Erscheinungsbild. 

Die Fassadengestaltung und das Erscheinungsbild der Gebäude B und C sind nicht mehr vergleichbar mit dem Siegerprojekt «Le mur du Quai», welches 2017 Grundlage für die Meinungsbildung im Abstimmungskampf für den QP Bahnhofcorso war und von der Bauherrschaft und den Behörden der Stadt Liestal öffentlich propagiert wurde. Damals war die Fassade feingliedrig, qualitativ hochstehend und gut strukturiert.

Bild Siegerprojekt CORSO, 2017


Durch den Verbindungsgang zwischen den Baukörpern B und C entstand ein zusammenhängender, Sockel mit einheitlicher Gestaltung: ein «Ensemble» mit prägnantem Wiedererkennungswert für Liestal. 

 

Im heutigen Baugesuch wurde in erster Linie auf die technische und ökonomische Machbarkeit geachtet.

Durch die Banalisierung der Fassaden und durch das Weglassen des Verbindungsganges ging nicht nur der allseits gelobte Wiedererkennungswert, sondern insbesondere auch die im Wettbewerbsbericht als wichtig eingestufte Ensemblewirkung verloren. 

Nord-Fassade (Seite Busbahnhof) des neuen Aufnahmegebäudes mit zusätzlichem Technikgeschoss (oberberhalb des QP-Perimeters)

Gestaltung gemäss Baugesuch 2020

 

Gegen diese unsensiblen Vereinfachungen der Fassadengestaltung erhoben wir Einsprache. Wir haben dieses Projekt (im Gegensatz zum Hochhaus) immer gelobt, weil es tatsächlich, wie vom Stadtrat und der Jury betitelt, identitätsstiftend war. Wir erwarten nun, dass sich sowohl die SBB als auch der Stadtrat dafür einsetzen, dass nicht nur ein austauschbares Renditeobjekt gebaut wird. 

 

Die SBB Immobilien haben sich gut vier Monate Zeit gelassen, bis es am 30. Oktober 2020 zu einer ersten Einspracheverhandlung kam, an welcher erstaunlicherweise auch Vertreter der Stadt Liestal teilnahmen. 

 

Die SBB Immobilien begründeten die grossen Dachaufbauten und die neue Fassade mit Bedürfnissen des potenziellen Ankermieters im Baubereich C (Aufnahmegebäude). 

Das KSBL beabsichtige dort ein «Ambulatorium» zu erstellen. In der Sache bewegten sich die SBB Immobilien kaum. Sie schlugen lediglich eine Reduktion der Höhe der Dachaufbauten um knapp 30 cm vor, die sie mit der Stadt vereinbart hatten.

 

Nachdem wir das fehlerhafte Protokoll der Besprechung vom 30. Oktober 2020 zeitnah erwiderten und berichtigten, hat uns der Stadtrat zu einem «Klärungsgespräch» am 24. November 2020 im Rathaus vorgeladen. 

 

Einen Tag zuvor hatten wir, dass das KSBL sich aus dem Vorvertrag mit den SBB Immobilien betreffend Planung eines Ambulatoriums zurückziehen werde. Im bz-Artikel vom 27. Januar 2021 wird die Sprecherin der SBB zitiert: „Der Ausstiegsentscheid sei nach Vorgesprächen mit SBB, der Stadt Liestal und dem Kanton im letzten September gefallen“. Also vor unserer Sitzung am 30. Oktober und der Besprechung mit der Stadt am 24. November als uns die SBB und Stadtvertreter das riesige Technikgeschoss oberhalb der im Quartierplan erlaubten Maximalkote immer noch mit der Begründung beliebt machen wollten, das Kantonsspital brauche diese grossen Flächen.

Am «Klärungsgespräch» wurde uns erklärt, dass wir das Projekt gefährden, wenn wir unsere Einsprache nicht zurückziehen würden.

 

Am 18. Dezember 2020 fand ein weiteres Bereinigungsgespräch mit der SBB und Vertretern der Stadt Liestal statt. 

 

Auch an dieser sehr emotionalen Besprechung war der vermeintliche Zeitdruck der SBB Immobilien das zentrale Mittel um auf uns Druck auszuüben. 

 

Erst an diesem Datum wurde nun erklärt, kurz vorher sei das Kantonsspital aus dem Vertrag ausgestiegen. Das grosse Technikgeschoss wurde an den Enden nur leicht gekürzt. Diese Haltung erstaunte uns ausserordentlich. Denn alle Argumente bezüglich Grösse der Dachaufbauten und insbesondere für die veränderte Fassadengestaltung bezogen sich auf die Bedürfnisse des Ankermieters KSBL. Nach seinem Rückzug sind diese aber nicht mehr relevant und hinfällig. 

 

Bezüglich Zeitplan der SBB werden die Bauarbeiten der Hochbauten B und C mit dem Vierspurenausbau abgestimmt. Auf der Homepage der SBB ist der voraussichtliche Baubeginn erst im Herbst 2022 vorgesehen. Wir wollen einen neuen Bahnhof und setzen uns seit Anfang dafür ein, dass das Bewilligungsverfahren von uns nicht verzögert wird.

Zurzeit befinden wir uns im Einspracheverfahren. Dieses ist ein demokratisches Mittel, mutmassliche Fehlentwicklungen zu beeinflussen. Diese legalen Mittel nutzen wir. 

Weiter stellen wir fest, dass wir nicht nur unsere Einsprache fristgerecht und sachlich begründet eingereicht haben, sondern in der Folge auch alle anderen Stellungnahmen usw. 

 

Die SBB hat mehr als vier Monate verstreichen lassen, bis sie mit uns eine erste Einigungsverhandlung führte. Zurzeit ist sie wieder im Verzug mit der Nachlieferung von Unterlagen an das Bauinspektorat (BIT). Diese Unterlagen sind erforderlich, damit das BIT einen rekursfähigen Entscheid fällen kann. Auf diesen Entscheid warten wir. Die SBB hat es alleine in der Hand, vorwärts zu machen und das Bewilligungsverfahren zu beschleunigen. An Liestal orientiert wird es nicht wieder liegen. 


3.    Quartierplan «Mühelmattstrasse» - Mitwirkung

Auf dem Areal des heutigen Parkplatzes und des Direktionsgebäudes des Kantonsspital Baselland (KSBL) an der Mühlemattstrasse wird ein neues Parkhaus für Mitarbeitendes und Besucher/innen des Spitals geplant. Neben Veloabstellplätzens sind auch 718 PW-Parkplätze geplant. Im Norden 

des Perimeters soll ein sehr kleiner, öffentlich zugänglicher Park angelegt werden und auf dem bestehenden Verwaltungsgebäude ein Stock aufgebaut werden (Reserve für Büros KSBL). Zwischen dem neuen Parkhaus und dem Pärkli soll zudem eine Netzersatzanlage (Notstromaggregat) für das KSBL erstellt werden. Der Verein Liestal.orientiert / wir denken mit hat am 10. Juli 2020 fristgerecht zu folgenden Punkten schriftlich mitgewirkt:

a.     Formelle Anmerkungen und Korrekturen


b.     PW-Erschliessung Parkhaus

Der Stauraum für Personenwagen bei der Ein- und Ausfahrt des geplanten Parkhauses ist zu knapp dimensioniert. An den Randzeiten ist mit Rückstau bis zu Rheinstrasse zu rechnen.

c.     Netzersatzanlage (NEA)

 Die im Baufeld C geplante Notstromgruppe liegt zu nahe am öffentlichen Pärkli, welches im Nordosten des QP-Perimeters unmittelbar am ufernahen Fuss und Radweg (Schöntalweg) liegt.

d.     Baufeld B: Strategische Reserve

 Die Aufstockung des Bürogebäudes (Baufeld B) ist eine strategische Reserve des KSBL für Büroerweiterung. 

a)    Es ist nicht sinnvoll in einem QP strategischen Bau-Reserven zu bilden. Gemäss RPG BL §47, Ziffer 3 ist eine Überbauung nach QP innert fünf Jahren zu realisieren. 

b)    Der Gewässerraum der Ergolz grenzt unmittelbar an den QP-Perimeter. Das Uferschutzgebiet der Ergolz liegt nur wenige Meter neben dem QP-Perimeter. Es ist ein Grundsatz der kantonalen Baugesetzgebung, dass an Zonenübergängen/ Zonengrenzen die Gebäudehöhen zurückhaltend zu dimensionieren. Insbesondere sind in der Nähe von Fliessgewässern Flora und Fauna durch eine Minimierung der künstlichen Beschallung nachhaltig zu schützen. 

 

Durch eine Aufstockung werden diese Grundsätze der kantonalen Baugesetzgebung verletzt. 


4.    Weiter Aktivitäten

Im vergangenen Jahr beschäftigte sich der Vorstand mit weiteren Aspekten, die vorwiegend im Zusammenhang mit dem Grossprojekt «Vierspurausbau» stehen. Der Vorstand steht beispielsweise mit der Gruppe «Schwieri»im Austausch. Diese Gruppe kämpft für eine valable Fuss-Verbindung ins Stedtli. 

Die Gruppe «Tiergartenstrasse» beanstandet die neue, zu steile Tiergartenstrasse. Ihre Petition an den Stadtrat wurde von über 250 Personen unterzeichnet. 


Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Schreiben trotz des Versammlungsverbots einige Eindrücke unseres Wirkens vermitteln konnten. 

 

Falls Sie Fragen haben, melden Sie sich. 

 

Sofern es die epidemiologische Lage es zulässt, versuchen wir, kurz vor oder nach den Sommerferien eine Mitgliederversammlung abzuhalten.

Mitte März 2021 senden erhalten Sie den Jahresbericht 2020, die Vereinsrechnung 2020 und den Einzahlungsschein für den Mitgliederbeitrag.

 

Wir danken für Ihr Interesse und wünschen Ihnen gute Gesundheit.

 

 

Freundliche Grüsse

 

Kurt Bitterli                                         Raoul Rosenmund                        Jürg Holinger

Präsident                                               Vizepräsident                                 Kassier


Absage der Mitgliederversammlung und der Orientierungsveranstaltung vom 29. Oktober 2020

Auf Grund der ungünstigen Entwicklung der Corona-Infektionen hat der Vorstand einstimmig beschlossen, die Mitgliederversammlung mit der anschliessenden öffentlichen Orientierung auf unbestimmte Zeit abzusagen.

Bahnhof Liestal

Der Verein Liestal.orientiert hat zum Baugesuch für den neuen Bahnhof Liestal in folgenden Punkten Einsprache erhoben:

  • Die Profilierung ist unvollständig und verwirrend. 
  • Die projektierten Dachaufbauten auf dem Aufnahme- und Bürogebäude (Gebäude C und D) sind zu gross.
  • Die Fassadengestaltung entspricht nicht dem Siegerprojekt „Le mur du Quai“, welches eine wichtigeGrundlage für den Quartierplan war. 

Aktueller Stand der Planung in Liestal 

  • Allgemeine Informationen zur Raumplanung
  • Übersicht über aktuelle Quartierpläne in Zentrumsnähe
  • Konsequenzen des SBB–Vierspurausbaus auf die Attraktivität des Stedtlis